
Brühler Schloßbote 12.12.2007
Kölner Stadt Anzeiger 20 November 2007
Bergheim/Brühl - Seit mehr als 25 Jahren tanzt Helga Vilich mit ihrem Ehemann Ottfried erfolgreich durchs turniersportliche Leben, und obwohl die beiden das Rentenalter erreicht haben, denken sie gar nicht daran, das Parkett zu räumen. Warum auch? "Man bleibt schlank und gelenkig, fühlt sich rundum fit und vital, lernt viele nette Leute kennen und hat gemeinsam unheimlich viel Spaß", schwärmt die Bergheimerin fürs Turniertanzen. Und wenn dann noch sportlicher Erfolg hinzukommt, ist das Vergnügen perfekt.
Am Samstag konnten die Vilichs wieder einmal das perfekte Tanzvergnügen genießen: Beim "Heimspiel" in der Niederaußemer Festhalle sicherte sich das Paar vom Tanzsportclub Saltatio in der höchsten Leistungsklasse den fünften Platz bei den NRW-Amateur-Meisterschaften im Standardtanz der Klasse "Senioren IV".
Seriensieger
Während sich die Vilichs riesig über ihren fünften Rang freuten, ging der Meistertitel an die einmal mehr unschlagbaren Seriensieger Armin und Ute Walendzik vom TSC Brühl. Die beiden haben im Laufe ihrer langen Karriere schon weit mehr als 150 Turniere gewonnen und wurden ihrer Favoritenrolle auch diesmal gerecht.
Die Plätze zwei und drei sicherten sich Werner und Gisela Fremerey (Grün-Gold Recklinghausen) sowie Ulf und Ingeborg Sobischek (Schwarz-Gelb Aachen). Grund zum Feiern hatte nicht zuletzt das Brühler Paar Bernhard und Marlies Lorenz, das das Turnier in der Leistungsklasse A gewann und damit den Aufstieg in die Sonderklasse perfekt machte. Das vom TSC Saltatio Bergheim tadellos organisierte Turnier stellte eine kleine Premiere dar, denn der NRW-Tanzsportverband hatte zum ersten Mal überhaupt eine Landesmeisterschaft in der zu Jahresbeginn neu eingeführten Altersgruppe "Senioren IV" ausgeschrieben. Hier dürfen nur Paare tanzen, bei denen mindestens ein Partner bereits 65 Jahre oder älter ist.
Mehr Routiniers
Früher war dies ein Alter, in dem viele Turnierpaare ihre Tanzschuhe allmählich an den Nagel hängten. "Die wenigen, die weitermachten, mussten in der Klasse Senioren III für Paare ab 55 Jahren bleiben und sich dort mit teils deutlich jüngeren Konkurrenten messen. Doch in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Paare, die auch mit 65 oder 70 noch am Turniergeschehen teilnehmen wollen, stetig gestiegen", erklärt Saltatio-Sprecherin Brigitte Bell, "mittlerweile sind es so viele geworden, dass die Routiniers locker eigene Turnierfelder in ihrer eigenen Altersgruppe zusammenstellen können."
Mit wie viel Eleganz, Schwung und Gefühl die neun Paare in der A- und die 19 Meisterschaftsanwärter in der S-Klasse übers Parkett schwebten, war schon erstaunlich. Beim tänzerischen Können machten die gestrengen Wertungsrichter natürlich feine Unterschiede ausfindig, doch eines hatten alle Teilnehmer gemeinsam: eine beachtliche körperliche Fitness und kein Gramm Fett zu viel. Das ist allerdings auch nötig, um beim Turniertanz in den besten Leistungsklassen bestehen zu können. Immerhin sind beim Standard mit dem Langsamen Walzer, dem Tango, dem Wiener Walzer, dem Quickstep und dem Slow Fox gleich fünf Tänze zu präsentieren - und diejenigen Paare, die sich von der Vor- über die Zwischen- bis in die Finalrunde vortanzen, müssen das gesamte Programm gleich dreimal abspulen. Da ist ein hohes Maß an Kondition und Konzentration gefragt. "Meine Frau und ich trainiere nach wie vor drei bis vier Mal die Woche", betont denn auch der Bergheimer Finalist und Saltatio-Vorsitzende Ottfried Vilich, "und zwar nicht nur das Tanzen selbst. Auch Gymnastik, Kraft- und Konditionstraining gehören dazu. Freitags ist bei mir immer Hantel-Tag. Schließlich will ich noch ein Weilchen mit den Jüngeren mithalten können." Vilich war am Samstag der älteste Tänzer im Meisterschaftsfeld. Er ist 75 - und fit wie ein Tanzschuh.
Zeitungsartikel 1 Teil








































